Von Schubladen und anderen Einschränkungen
Wie oft habe ich am Tag eine Schublade zu bedienen? Ich meine natürlich nicht die in den Schränken, eher die inneren Bilder, , die man so von Menschen entwickelt, sie einordnet, verpackt, verschließt und auch so lässt, meistens für länger. Oder aber ich bediene und fülle die schubladen anderer, ich gebe meinem Gegenüber Futter für das Bild was er von mir hat, durch mein Tun, meine Sprache, meine Kleidung…
Es gibt dazu gewisse Kriterien, Kategorien, weiß der Himmel woher die kommen, welche die Schubladen kennzeichnen: von Haarschnitt über Interessen, Meinungen, Ideale und Lieblingsgetränk, Sprache, Gestik, Religionszugehörigkeit, Politische Interessen,Visionen sogar psychologisch fundierte Typologien – wonach nach Herzenslust einsortiert wird.
Das ist erst mal nicht weiter schlimm. So sind wir Menschen. Es lässt sich nur mit angestrengter Mühe und langer Arbeit verhindern. Wir beurteilen. Meist unbewusst. Und da liegt der Knackpunkt. Wir packen Menschen in Schubladen ohne das wir es merken, ohne wirklich selbst zu entscheiden sie einzusortieren.
Welche Steine legen wir uns hier in den Weg?
Erst mal verschwenden wir viel viel Zeit mit einsortieren, beurteilen, aber auch mit einsortiert werden, ich denke da an Imagepflege, wie viel Geld und Zeit wird in unser Erscheinungsbild gesteckt, damit man in eine bessere Schublade eingesperrt wird!
Mir scheint als wäre es fast überlebensnotwendig diese Kategorien aufrechtzuerhalten. Sie geben uns Sicherheit anderen zu begegnen. Ohne diese Sicherheiten (wie wir denken, wie andere sind, ich selbst bin) würden wir bei jeder Begegnung im Dunkeln tappen und viel Geistesanstrengung aufwenden müssen, um den Anderen so aufzunehmen, wie er im Moment da ist.
Klar – eine gewisse Offenheit oder Ehrlichkeit geht durch die Schubladen verloren. Vielleicht genau die beiden Zutaten, die gute Kommunikation erst möglich machen. Sie machen Begegnungen authentisch und geben dem Miteinander einer Gruppe überhaupt erst eine Chance sich zu entwickeln und zu dem zu reifen, das in jeder Gruppe steckt:
Nämlich eine Vielfalt, die Freude macht,
und sich ständig neu zeigt,
motiviert ist, sich kontinuierlich weiter zu entwickeln
und zusammen mit Anderen eine Kraft darstellt,
die Zukunft bewegen kann.
MenschRaum will dies üben. Dafür organisieren wir Council und Veranstaltungen wo aus verschiedenen Richtungen Menschen eingeladen werden, ihren Blickwinkel zu teilen. Ich denke diese kreative Ader, die wir dadurch freilegen, werden wir in Zukunft brauchen, um all die Aufgaben zu bewältigen, die auf uns zukommen!



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