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MenschRäume


Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels. Immer schneller verändert sich die Welt um uns herum und bewährte Strukturen funktionieren nicht mehr in der gewohnten Art und Weise. Ob im Business, in Politik, Schulen, Vereinen, Gruppen oder auch Familien und Ehen: überall stoßen wir an Grenzen des fruchtbaren Miteinanders. Heute sind Systeme und Institutionen meist nicht so angelegt, dass sie mit dem schnellen Wandel unserer Zeit Stand halten. Nur selten bieten sie einen Rahmen, der es gestattet sich diesen Veränderungen anzupassen. Und noch viel weniger lassen sie es zu, ganz einfach tief, ehrlich und authentisch menschliche Begegnung zu schaffen. Aus diesem Mangel ergibt sich oft ein Spannungsfeld zwischen Individuum und System, das kaum zu überbrücken ist. Dennoch liegt es an uns selbst, genau diese Brücken zu bauen. Denn jedes System ist ein Teil von uns. Wir haben es geschaffen und nur wir können es verändern.

Und genau hier liegt die vielleicht größte Herausforderung unserer Zeit: Brücken zu bauen, die tragfähig bleiben bei den zuvor angesprochenen Spannungsfeldern. Systeme zu schaffen, die in sich gesunden können und dem Individuum genauso dienen wie dem Ganzen. Die unterstützend wirken, um tiefer in unser Menschsein zu wachsen. Räume zu schaffen, die die Verbindung – zum eigenen Selbst und zum Ganzen – wieder spürbar machen. Daraus Netzwerke wachsen zu lassen, die dem Leben dienen. Denn im Grunde ist alles Leben auf der Erde miteinander verbunden. Wir Menschen sind Teil eines gigantischen Lebensnetzes, ohne das wir nicht existieren können. Und jede Entscheidung die wir treffen, jede Handlung die wir ausüben, wirkt sich aus auf ein größeres Feld, das uns umgibt. Dieses kollektive Feld beeinflusst uns, genauso wie wir umgekehrt auch dieses Feld beeinflussen. Somit bekommt dieses Feld eine Eigendynamik mit wechselseitig bedingten Energien, eine Art eigenes Leben.

Beispielsweise war der Fall der Berliner Mauer erst möglich, als sich – ausgelöst durch Gorbatschow – die sozialistischen Staaten einer Reformpolitik zuwandten. Oder ein Beispiel ganz anderer Natur: aus dem Sandkorn, das zufällig in eine Muschel gerät, wird eine schöne Perle. Oder: Jedes CO2-Teilchen führt im Endeffekt zum Schmelzen des Polareises und dadurch zur Überflutung ganzer Landstriche.

In den Beispielen wird schnell ersichtlich, wie stark sich scheinbar voneinander unabhängige Ereignisse beeinflussen. Offensichtlich ist es auch, dass jede von uns sich im Einflussbereich solcher Felder befindet. Zugegeben ist es nicht ganz leicht, vielleicht sogar unmöglich, bei solch komplexen Vorgängen all die verschiedenen Einflussfaktoren zu erkennen. Zunächst ist erst einmal wahrnehmbar, dass neben der Luft, die wir atmen noch mehr Dinge um uns herum existieren, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. Denn wir befinden uns keineswegs in einem leeren Raum, sondern in einem Universum voller Energie. Sobald wir uns diesem Verstehen öffnen, nehmen wir nicht weiter sämtliche Geschehnisse als isolierte Vorgänge wahr, sondern als Teil eines größeren Ganzen.

Als Mensch nehmen wir teil an diesem großen Ganzen; und vor allem haben wir auch die Möglichkeit mitzugestalten. Welche Chance diese Möglichkeit in sich birgt, wird erst bei genauerem Hinsehen wirklich ersichtlich. Intuitiv gestalten wir gerade im zwischenmenschlichen Bereich viel an dem eigenen Feld, das uns umgibt. Und doch bleiben die meisten dieser Handlungen voneinander getrennt. Sobald wir lernen die Perspektive des kollektiven Feldes zu verstehen und in eigene Handlungen mit einzuschließen, verbinden sich plötzlich Einzelaktionen und werden als zusammengehörendes Gewebe sichtbar. Darüber hinaus wird es möglich das Feld so anzulegen, dass es die individuelle Entwicklung unterstützt und dabei gleichzeitig dem Leben als Ganzes dient. Dies bezeichnen wir als MenschRaum.