
Jede Form der Begegnung kann zur sozialen Meditation werden. Und zwar dann, wenn wir uns unserer Verbundenheit bewusst sind und in echten Kontakt kommen. Somit ist die Soziale Meditation keine Methode sondern eine innere Haltung. Um zu dieser inneren Haltung zu gelangen bedarf es Methoden um sich darin zu üben. Das Council ist eine solche Methode. Es bietet einen Rahmen – geschaffen durch das Sprechen und Zuhören aus dem Herzen – um zu einer Balance zwischen Individuum und Kollektiv, zwischen dem Selbst und der Gemeinschaft zu gelangen.
Durch achtsame unmittelbare Begegnung zwischen Menschen werden neue Wege des Zusammenlebens erforscht und die Muster der trennenden Interaktion hinterfragt. Ein wesentlicher Teil menschlicher Interaktion ist die Kommunikation. Dass es sich hierbei um weit mehr als geschickte Rhetorik handelt, erschließt sich bereits aus dem Wort Kommunikation selbst.
Communicare, die lateinische Wurzel von Kommunikation, besteht aus zwei Wortstämmen. Der eine Teil hat die Bedeutung von gemeinsam, zusammen. Der zweite von wechseln, tauschen, austauschen. Somit könnte man Kommunikation also übersetzen mit „sich gemeinsam austauschen“. Wann findet dieser gemeinsame Austausch in der Kommunikation nun wirklich statt?
Vor allem dann, wenn die Kommunizierenden wirklich in Verbindung kommen. Dabei entsteht einfühlendes Verstehen jenseits des gespeicherten Wissens – eine Art innere Stille – in der Resonanz entsteht. Und wodurch eine ganz andere Art von menschlicher Begegnung möglich wird. Begegnung die ganz unmittelbar ist und dabei das ausdrückt, was uns wirklich bewegt, was jetzt lebendig ist. Es ist die Kunst, in wirklicher Präsenz zu sein.
Meist jedoch agieren wir aus alten Mustern heraus und begegnen dem Leben durch einen Filter; mit festgefügten Bausteinen eines erlernten Wissens und vergangener Erfahrung. Doch das Leben kennt kein vorgefertigtes Design. Wir schaffen das Muster dafür immer wieder neu und haben die Möglichkeit, alte Strukturen zu hinterfragen und aufzulösen.
Ein Werkzeug dafür bietet die Meditation. Sie kann helfen unser Inneres zu öffnen und dadurch Einblicke in unser wirkliches Selbst gewähren.
Meist findet Meditation in einem sehr isolierten Zustand statt. (Vielleicht sitzen wir dabei auf einem Kissen und blicken in uns hinein). Diese Abgetrenntheit vom Wesen der Gruppe, wie auch von den Interaktionen des Alltags, erschweren es die erfahrenen Einsichten in den Alltag des täglichen Lebens zu integrieren. Denn wir existieren nicht getrennt, sondern nur in Beziehung zu Menschen oder Dingen. Und jede Beziehung bietet uns einen Spiegel, von dem wir lernen können.
Die Essenz von Verbindung zu spüren und zu pflegen, ist ein Schlüssel zur Sozialen Meditation. Die Verbindung mit mir selbst, dem Gegenüber, der Gruppe und dem großen Ganzen. Gelegenheit dazu bietet der Kreis, eine bereits uralte Form der Begegnung. Er hilft unsere Herzen zu öffnen und den Geist der Gemeinschaft zu berühren. Dadurch entsteht eine Resonanz, die zu einer unbeschreiblichen Präsenz führt und das Erleben und vor allem das Handeln über die sonstige Getrenntheit hinaus führt. Wir kommen so mit einer Weisheit in Berührung, die weit größer ist als das Wissen von Einzelnen.
Zugang zu dem Wissen des Kreises bekommen wir durch das Zuhören und das Sprechen aus dem Herzen. Das erscheint auf den ersten Blick sehr einfach, doch meist bereitet der Geist unsere Erwiderung schon vor, sobald halb gesprochen wurde, weil wir da bereits überzeigt sind, alles gehört und verstanden zu haben. Tiefe Begegnung kann in diesem Moment bereits nicht mehr stattfinden.
Wahrhaft achtsames Zuhören lässt große Empathie entstehen und hilft dem Sprechenden, tiefer in seine eigene Wahrheit zu finden und wird so zu einer wirklichen Kunst.
Eine ebensolche Kunst ist das Sprechen aus dem Herzen bei dem der Sprecher nicht den anderen überzeugen will, sondern so weit in die eigene Wahrheit vordringt, dass er sich oft selbst überrascht.